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Ruhla und Meerschaum

#1 von Felix ( gelöscht ) , 07.11.2008 23:14

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Felix

RE: Ruhla und Meerschaum

#2 von PL ( gelöscht ) , 09.11.2008 17:18

Pfeifen aus Ruhla, der Stadt im Herzen Deutschlands

Wer sich für Pfeifen interessiert, kommt an Ruhla, der Stadt der Uhren, Waffenschmiede und der Pfeifen nicht vorbei



Der Schmied von Ruhla



Es soll sich Landgraf Ludwig II. von Thüringen, der als schwach und milde gegenüber seinem Landadel bekannt war und nichts davon wusste, wie sehr die Landesfürsten die Bürger und Bauern knechteten, auf einem seiner Jagdritte im Ruhlaer Forst verirrt haben. Als er nach langer Suche endlich des Feuer eines Ruhlaer Waldschmiedes sah, soll er ihn aufgesucht und um Herberge gebeten haben. Als der Schmied ihn fragte wer er sei, leugnete der Fürst seine wahre Identität und gab an ein Jäger des Landgrafen zu sein. Der Schmied, auch verbittert über die verfehlte Milde Ludwigs und der damit verbundenen Knechterei durch die Fürsten, gab darauf seinen Unmut über den Landgrafen preis, gewährte ihm jedoch seine Bitte um Unterkunft. Als Ludwig sich nun, verwundert über die Worte des Mannes, zur Ruhe legte fing der Schmied an die ganze Nacht hindurch zu arbeiten, so dass der Graf kein Auge zu tun konnte. Schlag um Schlag hämmerte der Schmied auf das Eisen und sagte immer und immer wieder: "Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart, so hart wie dieses Eisen!" und "Du böser, unseliger Herr! Siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen?" Als der Morgen kam und Graf Ludwig ungeschlafen von dannen zog, besann er sich des Schmiedes Worte und regierte fortan mit eiserner Hand. Daher pflegte man auch lange Zeit sprichwörtlich von einem strengen, unbeugsamen Mann zu sagen: "er sei in Ruhla hart geschmiedet worden

Schwerpunkte der Ruhlaer Handwerkertätigkeit bilden das Waffenschmiedehandwerk mit den einzelnen dazugehörigen Handwerkszweigen wie Köhlerei und Zainerhandwerk, das Museum Ruhla zeigt das Messerschmiedehandwerk mit einer komplett eingerichteten Messerschmiede und den dazugehörigen Werkzeugen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Das Abwandern von 80 Familien der Messerschmiedezunft, führten im 19. Jahrhundert zum Niedergang des Ruhlaer Messerhandwerkes. Schon während der Blüte des Messerschmiedehandwerks entwickelte sich jedoch mit der Pfeifenbeschlagfertigung ein neuer Erwerbszweig und nur kurze Zeit später wurden in Ruhla komplette Tabakspfeifen hergestellt. 1750 wurde schließlich in Ruhla der "unechte" Meerschaum erfunden. In dieser Zeit wurde Ruhla auch als "Mekka der Pfeifenraucher der Welt" weltbekannt. Weiter kann man im Museum die Werkstatt eines Porzellanmalers sowie bemaltes Zier-und Gebrauchsporzellan bewundern. Besonders interessant ist das Tabakpfeifengewerbe, welches für Ruhla eine besondere Bedeutung hat.
Ruhla war für zwei Jahrhunderte das Mekka der Pfeifenraucher. Pfeifen aus Ruhla wurden in Grönland und dem Kaukasus ebenso geschmaucht wie in Afrika, Asien und Amerika.

Das Ruhlaer Heimatmuseum



beherbergt eine mehrere hundert Stück zählende Pfeifensammlung aus Holz,-Ton,-Porzellan und Meerschaum.
Es informiert auch über die einzelnen Arbeitsschritte, wie aus einem leicht zu schneidenden Mineral Meerschaum , aus Birken,-Eben-oder Rosenholzklötzchen funktionstüchtige Pfeifen werden.

Zu den wertvollsten Exponaten gehören geschnitzte Meerschaumpfeifen wie das "Cocilium auf dem Olymp" von 1720 sowie wundervoll bemalte Porzellanpfeifen.
Alles begann 1739, als Pfeifenschnitzer aus der Rhön ihre einfachen Holzpfeifen zum Deckel beschlagen nach Ruhla brachten. Mehr als 100 Jahre später gaben 115 Fabriken, Geschäfte und Werkstätten vielen Menschen Arbeit und Brot.
Der Siegeszug der Zigarette bedeutete 1940 das Ende der fabrikmäßigen Produktion.

Der letzte Ruhlaer Meerschaumkopfschneider Franz Thiel verstarb 1981. Mit ihm starb das Tabakpfeifengewerbe in Ruhla aus.

Besonders die bastumflochtenen Pfeifen sind etwas ganz Besonderes und ab und zu noch bei Ebay zu erwerben. Auch das Museum verkauft noch welche in klassischen Formen aus alten Beständen zu (meines Erachtens) Spottpreisen.
Die schönsten Pfeifen dieser Art sind wohl die Gesteckpfeifen.
Das Gesteck welches aus Hornteilen und einen beweglichen Pfeifenschlauch besteht .läßt sich zerlegen
Hersteller dieser Köpfe war die Firma Donat Thiel in Ruhla/Thür.
Meerschaumköpfe mit feinen Bast zu umflechten erfordete Fachkenntnisse und wurde von gelernten Korbmachern aus der dortigen Umgebung (Kleinschmalkalden )) übernommen
erstmalig wurden diese Köpfe um 1910 erwähnt ,wobei die Produktion in den Kriegsjahren des 2. WK eingestellt wurde
umfangreiche Literatur zu diesem Thema : das Buch Meerschaumpfeifen " Eine Ruhlaer Legende " von Anton Manger. Das Buch ist Im Handel erhältlich
Hier eine aus meiner etwa 20 Exemplare umfassenden Sammlung dieser bastumflochtenen Stücke




Die Pfeifenmacherfirma "Gebr. Ziegler" in Ruhla war eine der bedeutendsten der europäischen Pfeifen-Manufaktoren

Den sehr interessanten begleitenden Text dazu lies bitte aus http://www.schmidtfamilie.de/schmidt.htm :


Um 1750 begannen erste Versuche der Pfeifenkopfbeschlägerei.

D.h. alle Teile aus Metall, die der Pfeifenfertigung dienen, wurden in ortsansässigen Werkstätten gefertigt. Da für das Pfeifenkopfbeschlägerhandwerk keine Zunftbestimmungen existierten, konnte sich dieses Gewerbe schnell in Ruhla und Umgebung ausbreiten. Eine frühe Art von Gewerbefreiheit begünstigte das neue Handwerk. In Ruhla galt zudem noch das Bergrecht, das Ruhla einst zur 'freien Stadt' erklärt und damit den ungehinderten Zuzug fremder Bergleute oder Handwerker ermöglicht hatte. Dadurch war es möglich, dass sich aus diesem einzelnen Gewerbezweig, der Pfeifenkopfbeschlägerei, eine leistungsstarke und umfassende Tabakpfeifenherstellung entwickelte. (einzelne Passagen aus http://www.schmidtfamilie.de/schmidt.htm)
Pfeifendeckel, Ringe, Beschläge und Auskleidungen fertigten die Handwerker nun an und die Pfeifenmanufakturen hatten volle Auftragsbücher.
Vor aller Pfeifenköpfe aus Birke, Kirsche oder Buche



wurden mit Metall ausgeschlagen




Hülsen für die Meerschaumköpfe:




Oder Deckel für die Holz- oder Meerschaumpfeifen



Wie man sieht, wurden die Metallhülsen auch noch mit eine Gips/Meerschaumpaste imprägniert.


Und dann die Ringe in allen Größen und Ausführungen waren Aufgabe der Metallbeschlagwerkstätten



Für die Pfeifenbauer war diese breite Sortiment unbedingt erforderlich, da besonders bei den Meerschaumpfeifen die Größen sehr stark variierten. Das soll ein Beispiel veranschaulichen.



Die Meerschaumköpfe wurden vorgeschnitten und gebohrt. Dann bekamen die Köpfe die Heimarbeiter, die sie oftmals mit Bast umflochten oder beschnitzten und dann kamen die Metallteile an die Stücke.



Jeder Kopf hat hier andere Maße und bedarf anderer Ringe



nun noch die Mundstücke und dann in den Verkauf. Die Ruhlaer Pfeifenbauer verarbeitetet Mundstücke aus Weichselholz für die Gesteckpfeifen, Bernstein, Ebonit und Horn für die kurzen Pfeifen.


Die Bernsteinverarbeitung:

Neben Ambrolith, Horn, Holz, Knochen, Ebonit etc wurde für die edlen Meerschaumpfeifen naürlich auch (Amber) Bernstein verwendet.
Etwas zur Herkunft, Entstehung und Förderung des Bernsteins zu sagen, erspare ich Euch und mir, dafür ist

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein zuständig (wir haben Arbeitsteilung vereinbart )

Besonders das 13. bis 15.Jahrhundert war die Zeit der Bernsteindreher
Seit dem 13.Jahrhundert war die Bernsteinverarbeitung prizipiell bekannt. Besonders die Paternostermacher (Sie wurden auch Bernsteindreher genannt) brauchten Bernstein, denn das meist benutzte Material dieses Kultobjektes war Ostsee- oder Baltischer Bernstein.

Es wurde einn großes Geheimnis um die Bernsteinverarbeitung gemacht, so verboten 1385 die Lübecker Bernsteindreher-Zunft ihren Mitgliedern die ansonsten übliche Wanderschaft, um Produktionsgeheimnisse zu bewahren. Entlang der Ostsee entstanden große Zentren der Bernsteinverarbeitung.
Königsberg war eine Hochburg der Bernsteindreherei
1646 dokumentiert der Elbinger (jetzt in Polen) Stadtschreiber Daniel Barholz, daß der Elbinger Stadtrat Bernsteindreher (Paternostermacher) anstellt

Paternostermaker - Bernsteindreher. Bernstein wurde häufig zu Rosenkränzen (Paternoster) verarbeitet – daher "Paternoster-Maker".
Bernsteindreher-Zünfte bildeten sich deshalb in Wismar, Lübeck, Brügge und Venedig.
Antwerpen und Brügge sind jedoch bereits zuvor dem Namen nach bekannt.

Mit der Pfeifenbau kam auch die Bernsteindrechslerei nach Ruhla.
Mir ist dem Namen nach die Firma Matzke bekannt, die bis 1950 Bernsteinmundstücke in Kleinserien zulieferte



Wolln wir sie öffnen?



Noch habe ich genügend davon, doch wenn sie verbraucht sind, ist damit endgültig Schluß. Hier die kurzen Stücke der Firma Matzke. (teilweise auch aus Ambrolith)

Wer einmal versucht hat, Berstein selbst zu verarbeiten, wird allerhand Lehrgeld gezahlt haben. Mittlerweile weiß ich auch vielen Fehlschlägen Einiges dazu, was ich nicht vorenthalten möchte.

-Die Löcher werden gefräst - Bohren zerstört das Material
-Das Ambrolith kann geschliffen, gefeilt und gedreht werden.-Einstellwinkel, Drehtzahl usw - Betriebsgeheimnis
-Biegen: Fast unmöglich bei Blockbernstein. Es muß kurze Zeit in siedendes Öl getaucht werden und dann sofort verformt werden. Die Ausschussrate war und ist bei 50%. Also Finger weg davon.
-Cultures Amber ist Pressbernstein, d.h. aus Bernsteinresten gepresste Stücke, die sich relativ gut biegen lassen.


Mundstücke aus Horn


Im Handbuch für Kammmacher, Horn= und Beinarbeiter Weimar, 1841
findet man zu Horn

"Das Horn muß ein glattes und reines Aeußere haben, nicht verlegen und ohne Moder seyn. Auch muß man bei´m Kaufe das Geradeseyn der Hörner berücksichtigen. Gedrehtes, auswüchsiges Horn ist nicht gut zu verarbeiten, und jedesmal hat der Kammmacher Einbuße babei, indem die Unebenheiten doch weggehauen werden müssen."

Den Hornzapfen ("Schlauch") bringt man so heraus:

"In früherer Zeit wurden die Schläuche, als zu garnichts brauchbar, weggeworfen oder dem Dünger beigemischt; seitdem aber in Deutschland die Knochenbrennereien oder Beinschwarzfabriken eingerichtet worden sind, kann man aus einem Centner solcher Schläuche noch 14-18 Sgr. [wohl Silbergroschen] erhalten. Wenn das Horn noch frisch (...) ist, so läßt sich der Schlauch am mühsamsten herausbringen. -Gewöhnlich sind sie am untern Rande des Horns in der innern Fläche mit einer Haut befestiget, wo alsdann der Schlauch durch das Beil herausgeschlagen werden muß. Bei altem Horne trifft es sich nicht so oft, daß der Schlauch festsitzt; denn sie sind oft so locker in dem Horne, daß man sie mit der Hand herausziehen kann. Die Verbindung ist meistentheils nur am unteren Theile des Horns, und der obere Theil des Schlauchs ist eingetrocknet. In diesem Fall ist es räthlich, ein Weniges vom untern Theile des Horns abzuschneiden, wodurch nicht allein die untere Kante egalisirt, sondern auch die Verbindung mit dem Schlauche getrennt wird.

(...)

Die Spitzen des Horns werden bis zur Oeffnung, so weit der Schlauch gegangen ist, mit der Schrotsäge abgeschnitten (...) Denn der Kammmacher kann die massiven Hornspitzen nicht verarbeiten, sondern verkauft solche dem Horndrechsler ebenfalls hundertweise.

Das Wort Horndrechsler ist für den Pfeifenbau das Stichwort

Im Die Welt der Pfeife kommt noch ein sehr interessanter Aspekt für das Verformen dazu. Allgemein bekannt ist, dass Horn durch Kochen weich gemacht und dann verformt werden kann. Das Wichtige aber ist dabei, vorher den Hauptnerv durch Brennen zu töten, da das Horn sonst immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehren würde. Das Horn ist nach dem Verformen ca. 10 Trocknungstage zwanfhaft in der gestreckten Form zu halten und kann danach bearbeitet werden. Vor allem in früherer Zeit wurden Mundstücke gefertigt. Nach dem Drechseln und dem Fertigen des Bisses werden die Stücke für gekrümmte Mundstücke dann wieder gebogen. Meines Wissen kann das auch in heißem Öl erfolgen. Ich selbst verarbeite noch viele Hornmundstücke aus alten Beständen.
Hier ein solches Mundstück von links an: Bernstein, Hartgummi, Horn)



das nach meiner Auffassung sehr angenehm im Biß ist und vor allem alten Pfeifenformen einem unverwechselbaren Charme gibt.



Ruhlaer Gesteckpfeifen der neueren Zeit

Die alten wunderschönen Gesteckpfeifen der Ruhler Produktion bis ca 1940 sind aus Besuchen des Museums und aus der Literatur weitgehend bekannt.
Dann gab es aber noch die dreiteiligen Alltagspfeifen.



Aufmerksam darauf geworden bin ich durch ein Bild alliierter Kriegsgefangener im Schloß Colditz. http://de.wikipedia.org/wiki/Colditz - dem jetzigen Ort der sächsischen Europajugendherberge. Ein großer Teil dieser Offiziere rauchten darauf diese Pfeifen

Mittlerweile ist hin und wieder eine solche Pfeife bei Ersteigerungen zu bekommen. Ich war in der glücklichen Lage, eine größere Menge der nun ca 70 Jahre alten Mittelteile zu bekommen, die nun dazu dienen, diese Pfeifen neu entstehen zu lassen.

Die besonderen Raucheigenschaften machen den Reiz dieser Pfeife aus, so daß es den Versuch wert war, ein wenig mit diesem Prinzip zu experimentieren. Die Versuche sehen dann so aus und haben die gleichen hervorrangenden Raucheigenschaften, die mit besonders kühl (evtl durch die Verwirbelung im Mittelteil), trocken (ein paar Kristalle im Mittelstück nehmen das Kondensat auf) und besonders sparsam (durch den senkrechten Rauchkanal am Boden des Kopfes wird der Tabak restlos verglüht) all das geben, was der Raucher wünscht.

Ruhlaer Pfeifen - wer sie auch rauchte

Vorab ein paar Worte zum Schloß Colditz, welches 2 km von meiner sächsischen Wahlheimat Hausdorf liegt

(nach Einträgen in Wikipedia)

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss in ein Hochsicherheitskriegsgefangenlager für Offiziere, bei denen Sicherheitsrisiken oder Ausbruchsgefahr bestanden, umgewandelt. Da das Schloss auf einem hohen Fels über dem Fluss Mulde lag, glaubten die Deutschen es sei ein idealer Ort für solch ein Hochsicherheitsgefängnis. Der größere äußere Hof, bekannt als die Kommandantur, hatte nur zwei Ausgänge und beherbergte eine große deutsche Garnison. Die Gefangenen lebten in einem angrenzenden Hof in einem 27 Meter hohen Gebäude. Draußen wurden die flachen Terrassen, die die Gefangenengebäude umgaben, ständig von bewaffneten Wachen überwacht und mit Stacheldraht gesichert. Obwohl bei den Einheimischen nur Schloss Colditz genannt, war seine amtliche deutsche Kennzeichnung der verantwortlichen Wehrmacht Oflag IVc. Dokumente der Gefangenen belegen, dass dies für sie unklar war, einige glaubten es handele sich um Stalag 4. Es war das einzige deutsche Kriegsgefangenenlager mit mehr Wachen als Gefangenen.


1940 Die ersten Gefangenen kamen im Oktober 1940 an. Es waren 140 polnische Offiziere, die als fluchtgefährlich galten. Die Wehrmacht behandelte sie mit Hohn, da in ihren Augen Polen nicht mehr existierte. Zwei Wochen später kamen Donald Middleton, Keith Milne und Howard D. Wardle (ein Kanadier, der der RAF kurz vor dem Krieg beitrat) als erste britische Gefangene nach Colditz. Am 7. November 1940 kamen sechs britische RAF-Offiziere: die „Laufen-Sechs“, nach dem Lager ihres ersten Ausbruchversuches genannt. Sie wurden bald von einer weiteren Handvoll britischer Offizieren und später von belgischen Offizieren verstärkt. Weihnachten 1940 waren 60 polnische Offiziere, 12 Belgier, 50 Franzosen und 30 Briten inhaftiert – weniger als 200 Gefangene mit ihren Ordonanzen.


1941 Am 24. Juli 1941 kamen 68 holländische Offiziere, Mitglieder der holländischen Ostindienarmee an, die abgelehnt hatten, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass sie an keinem Krieg gegen Deutschland teilnehmen würden. Danach wurde eine Anzahl ihrer Uniformen für Fluchten genutzt, da sie den deutschen ähnelten, die beschlagnahmte holländische Stoffe für einen Teil ihrer Uniformen nutzen. Im Februar 1941 kamen 200 französische Offiziere an. Ein Teil der Franzosen verlangte, dass französische jüdische Offiziere von ihnen und vom verbundenen Lagerkommandanten getrennt werden; sie wurden auf die Dachböden verschoben. Ende Juli 1941 gab es mehr als 500 Offiziere: über 250 Franzosen, 150 Polen, 50 britische und aus dem Commonwealth, zwei jugoslawische sowie die 68 holländischen Offiziere.


1943 Im Mai 1943 entschied das Oberkommando der Wehrmacht, dass Colditz nur Amerikaner und Briten beherbergen sollte. Im Juni wurden die Holländer verlegt, bis zum 12. Juli 1943 gefolgt von den Polen, Belgiern und Franzosen. Ende Juli gab es einige einzelne französische Offiziere, 228 britische sowie einige Kanadier, Australier, Neuseeländer, Südafrikaner, Iren und einen Inder.


1944 Am 23. August 1944 wurden die ersten Amerikaner in Colditz interniert: den mit 49 Jahren ältesten amerikanischen Fallschirmjäger des Krieges Colonel Florimund Duke sowie Captain Guy Nunn und Alfreds Suarez. Sie waren als Geheimdienstmitarbeiter mit dem Fallschirm in Ungarn abgesprungen, sie sollten eine Zusammenarbeit Ungarns mit Deutschland verhindern. Im frühen Winter 1944 befanden sich 254 Insassen im Lager.


1945 Am 19. Januar 1945 wurden sechs französische Generäle Lieutenant-General Jean Adolphe Louis Robert Flavigny, Major-General Gustave Marie Maurice Mesny, Major-General Louis Léon Marie André Buisson, Major-General Arsène Marie Paul Vauthier, Brigadier-General Albert Joseph Daine und Brigadier-General René Jacques Mortemart de Boisse aus der Festung Königstein ins Schloss Colditz gebracht.

Am 5. Februar kam der polnische General Tadeusz Bór-Komorowski, Kommandant des Armia Krajowa (Heimatarmee) und Verantwortlicher für den Warschau Aufstandes, mit seinem Gefolge an. Im März 1945 wurden 1200 französische Gefangene auf Schloss Colditz gebracht, 600 weitere wurden in der Stadt Colditz eingesperrt.

Ausbruchversuche
Anfang des Fluchttunnels im ehemaligen Weinkeller des SchlossesDie Gefangenen unternahmen eine Reihe von Ausbruchversuchen, über die nach dem Krieg eine Reihe von Bücher veröffentlicht wurden. Der mühsamste Versuch war ein über neun Monate lang gegrabener Tunnel vom Glockenturm zum Burggarten. Dessen innerer Eingang wurde wochenlang von der Wehrmacht gesucht, nachdem Grabungsgeräusche gehört worden waren. Nur drei Wochen vor der Fertigstellung des Tunnels wurde der Eingang doch noch entdeckt.

1945 planten die Insassen eine Flucht in einem Segelflugzeug, dem Colditz Glider.


Originalfoto

Ein Nachbau steht im Imperial War Museum London

Er wurde in einem Geheimversteck, getarnt durch eine falsche Wand auf dem Dachboden, gebaut und sollte vom Dach der Schlosskapelle starten.

Die Engländer machen jetzt des öfteren Wettkämpfe mit nachgebauten Fugzeugen. Das Original war durchaus flugfähig

Und nun zu den Pfeifen. Natürlich war eine Vielzahl der Offiziere leidenschaftliche Pfeifenraucher. Aber welche Pfeifen nutzten sie? seht selbst. (auch die an der Wand)



Vielleicht geht jetzt den Einen oder Anderem ein Licht auf , weshalb ich gerade diese Teile in meinem Programm habe und diese Modelle auch unsere Stammtischpfeifen sind Und - jeder Engländer hat es sich zum Ziel gesetzt, einmal im Leben Colditz zu besuchen Darunter auch viele Pfeifenraucher
Ich habe selbst bei den Limies mal den Test gemacht und nach Sherwood Forest (Robin Hood) gefragt. Großes Rätseln - aber bei Colditz waren sie gleich im Bilde

Übrigens habe ich in meiner durch Horch- und Guck beobachteten Zeit von 81 bis 86 dort als Schloßgärtner mit akademischem Abschluß gearbeitet

Quellen: zum Teil wörtlich übernommen aus:
1. Müller, Karsten: Die Tradition der Pfeifenherstellung in Ruhla. Rudolstadt: Hain Verlag 1996.
2. Pollner, Otto: Die Pfeifenmacher zwischen Rennsteig und Rhön. Geschichte und Arbeitsweise in drei Jahrhunderten. Leopoldshöhe: heka-Verlag 1997.
Aus Ahnenforschung http://www.schmidtfamilie.de









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