Geschichten um die Pfeife, die eine. Bestens geschrieben von Jo.
Jo Han Normalerweise zeigen wir hier ja entweder eine stolze Neuerwerbung oder unsere Lieblingsstücke. Ich wollte mal anfangen, in loser Reinfolge ein paar Piepen zu zeigen, die weder neu noch Lieblinge sind, aber etwas zu erzählen haben. Den Anfang macht eine Lorenzo "Speciali" von 1986. Ich bekam sie von meiner Frau zu unserem 20. Hochzeitstag als Geschenk. Sie hatte sie ohne mein Wissen ausgesucht und ihr gefiel vor allem – das marmorierte Ebonit-Mundstück. Das mochte ich eigentlich nicht, aber shape und der warme intensive Orangebraunton der Pfeife gefielen (und gefallen) mir sehr. Sie ließ sich von Beginn an prima rauchen (Naturtabake, keine Aromaten) und sie hatte schnell einen Stammplatz sicher. Vor zwölf Jahren rauchte ich sie bei einem Fraund unterwegs im Auto, als wir auf einer Landstraße von einem entgegenkommenden 7,5-Tonner gerammt wurden, der auf nasser Fahrbahn ins Schleudern geraten war. Unser Auto aus Schwedenstahl überschlug sich, dank Airbag und Gurten blieben unsere Blessuren gottseidank glimpflich. Die Lorenzo war bei der Aktion aus dem offenen Seitenfenster geflogen. Einer der Feuerwehrleute nahm sie mit und ich bekam sie zurück, als ich nach kurzem Aufenthalt in der Unfallklinik wieder nach Hause durfte. Allerdings hatte sie durch den unfreiwilligen Flug und den Aufprall auf einem kleinen Felsbrocken einen ca. 3mm tiefen halbmondförmigen Ausbruch am Übergang vom Holm zum Mundstück erlitten. Mein Pfeifenhändler hat sie dann in seine Obhut genommen. Bei ihm bekam sie die Silberring-Verzierung, nachdem er den Ausbruck mit Knetholz gerichtet hatte. Der Silberring dient zur Tarnung der reparierten Stelle, aber ich zur Stabilisierung des Holms. Seither ist die "speciali" mindestes einmal die Woche im Einsatz. Zuletzt gestern Abend.
Eine Geschichte von Klaus - es geht auch ohne Airbag ;-)
Zu dieser Pfeife:
Klaus Düerkop An dieser Stelle mache ich einfach mal mit einer Pfeifen – Anekdote weiter. Mein Wiedereinstieg als Pfeifenraucher ist eine andere Geschichte, auf die ich hier nicht eingehe. Inzwischen hatten sich bei mir zwei Stanwells angesammelt, mit denen ich begonnen hatte. Das war aber eindeutig zu wenig. Folglich besuchte ich unseren örtlichen Händler, mit dem Ziel, eine weitere Stanwell zu kaufen. Die vorhandene Auswahl sagte mir jedoch nicht zu. Da ich zu der Zeit auf Stanwell fixiert war, hatte ich nun ein Problem. Die Parker Bulldog gefiel mir sehr gut, aber mit Parker konnte ich nichts anfangen, hatte ja überhaupt keine Ahnung von Pfeifen. Egal, trotzdem gekauft. Zu Hause habe ich gleich den Rechner gestartet und nach Parker gegoogelt. Ergebnis: Parker ist ´ne Zweitmarke von Dunhill ?!? Na super, Zweitmarke gleich zweite Wahl gleich minderwertig. Und dafür hatte ich nun 89 € ausgegeben. Als Rita, mein alter Hase, heimkam zeigte ich ihr meinen Fehlkauf und war ziemlich deprimiert. Sie beruhigte mich daraufhin, pries Parker als tolle Pfeifen an und meinte die rauchen sich absolut klasse. Ganz geglaubt habe ich ihr natürlich nicht und so rauchte ich meine Bulldog nur, wenn die anderen gerade frei hatten. Mit der Zeit lernte ich die Vorzüge dann aber doch zu schätzen und habe inzwischen vier Parker-Pfeifen bei mir wohnen. Aber jedes Mal, wenn ich diese Bulldog in die Hand nehme, werde ich an mein Unwissen erinnert. Heute informiere ich mich erst, bevor ich Geld ausgebe. Das Lehrgeld für die Bulldog war aber hervorragend angelegt ;-)