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"Bürsten" bei Mortas?

#1 von Arno , 24.11.2008 22:21


Hallo Peter, Du schreibst bei den Morta Pfeifen: "Mooreiche gebürstet! "

Was steckt dahinter, was verstehst Du darunter und vor allem, wie wird das gemacht? Wie machen es auch Andere?


Gruss Arno



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Arno
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RE: "Bürsten" bei Mortas?

#2 von PL ( gelöscht ) , 24.11.2008 22:29


In Antwort auf:
Was steckt dahinter, was verstehst Du darunter und vor allem, wie wird das gemacht? Wie machen es auch Andere?


Hallo Arno - wie andere machen, weiß ich nicht. Wie ich es mache, zeige ich gern. Nur bitte ich um etwas Geduld, da ich erst dazu Bilder machen muß. Also in den nächsten Tagen dazu mehr.

PL

RE: "Bürsten" bei Mortas?

#3 von PL ( gelöscht ) , 25.11.2008 16:58

Da ich heute wieder an der Mooreiche war, sind auch ein paar Bilder dazu enstanden:

Kurz nochmal zum Eichenholz: (WikI)
Eichenstämme haben in ihrer Mitte das graubräunliche Kernholz, welches durch die eingelagerte Gerbsäure den typischen sauer-würzigen Eichengeruch und eine hohe Verrottungsbeständigkeit erhält; zur Rinde hin und scharf abgegrenzt sind 2 bis 5 cm helles, junges, noch saftdurchflossenes Holz, der sogenannte Splint, der in wenigen Jahren wegrottet.Eine Besonderheit stellt die Mooreiche dar. Dabei handelt es sich nicht um eine Baumart, sondern um Eichenstämme, die über Jahrhunderte in Mooren, Sümpfen oder in Flussufern gelegen hatten und ausgegraben wurden. Die Gerbsäure des Eichenholzes verbindet sich mit den Eisensalzen des Wassers, wodurch das Holz sehr hart wird und sich stark verfärbt. Die Verfärbung kann sehr unregelmäßig sein und variiert von hellgrau über dunkelgelb, dunkelbraun, blaugrau bis tiefschwarz. Diese subfossilen Eichen können 600 bis 8500 Jahre alt sein. E
Anmerkung: es handelt sich hier um das Kernholz, da der Splitz verrottet ist.

Der Handel bietet spezielles Mooreiche für den Pfeifenbau an, welches ausgesucht und gleichmäßig strukturiert ist.
Die Arbeit mit guter Mooreiche ist fast risikolos, was das Material während der Bearbeitung betrifft. Hohlräume und Einschlüsse treten kaum auf.
Die Bearbeitbarkeit ist weitaus problemloser und einfacher als die mit dem Bruyere- Hochglanzpolitur und porenlose Oberflächenm sind naturgemäß nicht möglich. Es sei denn, man verkleistert mit schnellschleiflacken udgl die Poren.
Hier eine natürliche, geschnittene Fläche: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...reiche_Holz.JPG

Die Vorbereitung für das Bürsten folgt dem üblichen Werdegang eine Pfeife (hier eine Vulkano)

Das vorgeschnittene Holz ist braunolive und sehr kompakt und feingemasert


nach der Formgebung am Tellerschleifer:


Holm und Tapfen für den Silberring werden angedreht:


die Übergänge werden fein verschliffen und dann wird das Holz wenige Minuten vorsichtig und gleichmäßigmit der rotierenden Drahtbürste bearbeitet


das sieht dann zum Schluß so aus:


Im Prinzip ist der Kopf damit fertig und braucht bei Bedarf nur noch Beize und eine Carnaubaversiegelung. Mit dem Heißluftgerät bei 400 Grad eingebracht, dringt das Wachst tief ein und schützt lange. (Man soolte beachten, daß Mooreiche schnell wasser aufnimmt - schneller als das dichte Bruyere)

Da parallel zur Vulkane


auch diese Horn hier enstand, dazu auch das Bild:
Irgendwo habe ich ein Bild einer solchen Pfeife gesehen und die ging mir nicht aus dem Sinn. Es kann eigentlich nur bei WDP oder hier gewesen sein. Zumindest habe ich eine Gedächtnis-Interprätation in Morta versucht



Das Bürsten ist zwar eine gangbare Methode, wenn aber in wenigen Tagen meine Strahlanlage anläuft, erhoffe ich mir allerdimgs damit noch ausdrucksvollere Oberflächen

PL
zuletzt bearbeitet 25.11.2008 17:24 | Top

RE: "Bürsten" bei Mortas?

#4 von Arno , 25.11.2008 17:29

Hallo Peter,

vielen Dank für den Bericht, für mich sehr aufschlussreich, wieder was gelernt. Ich dachte immer, dass die Bohrungen wegen des Holzes so heikel sind... Sieht aber alles so leicht aus - auf Deinen Bildern.

Wie lange brauchst Du vom Beginn, bis zum Ende?


Gruss Arno



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Arno
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RE: "Bürsten" bei Mortas?

#5 von PL ( gelöscht ) , 25.11.2008 17:43

In Antwort auf:
dass die Bohrungen wegen des Holzes so heikel sind... Sieht aber alles so leicht aus - auf Deinen Bildern
.

die Bearbeitung ist, wie schon gesagt, so wie bei normaler trockener Eiche, nur die Eisen werden schneller stumpf und der Einstellwinkel muß steiler


In Antwort auf:
Wie lange brauchst Du vom Beginn, bis zum Ende?


jetzt willst Du´s aber genau wissen, alter Freund. Und vielleicht lächeln mancher dann auch nur müde, wenn ich Dir sage, welche Mühen für mich solche ein Pfeife bedeuten. Aber was soll ich viel rumeiern. Rechne selbst mit, wie lange ich brauche, bevor ich diesen Stempel einschlagen kann



Die Morta kostet bei mir etwa 80,- davon bekommt der Staat etwa 13,- an MwSt. Bleiben mir 67,-. Rechne mal 12,- für Material, dann bleiben 55,-
Bei einem für unseren Betrieb kalkulierten Handwerkersatz von 27,- brauche ich also jetzt noch 2 Stunden für eine solche Pfeife. Aber ich werde mich bemühen, den Gewinn zu optimieren

PL

RE: "Bürsten" bei Mortas?

#6 von Arno , 25.11.2008 17:49

Das ist o.k. - 2 Stunden, ich hätte mehr Zeit vermutet.


Gruss Arno



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RE: "Bürsten" bei Mortas?

#7 von PL ( gelöscht ) , 25.11.2008 18:47

Folgendes ist vielleicht nicht uninteressant.

Ich schätze die Arbeiten an der Mooreiche von Hermann Hennen sehr. Er meinte auch zu mir, es in Zukunft mit der gestrahlten Oberfläche zu praktizieren. Da alles nötige Zubehör ohnehin schon vorhanden ist, geht es in Kürze damit los. Ich denke, daß mir Hermann auch hier bei den ersten Versuchen bezüglich Drücke, Dauer und Körnung behilflich ist, damit nicht zuviel wertvolles Material zerschossen wird. Das Fahrrad wurde ja bereits erfunden. Später nach der Morta gehts dann auch an Bruyere

PL

   

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