Manchmal, alle zwei Jahre bei häufigem Gebrauch, kann man sich mal ruhig mit einer Grundreinigung des Bambus beschäftigen, wenn er nicht „durchrohrt“ ist.
„Durchrohren“ machen einige Pfeifenmacher oder Manufakturen, weil sie gerne verhindern wollen, daß sich der Nutzer von Bambusholmen irgendwann beschwert oder dummes Zeug erzählt, von wegen der Holm sei nicht richtig gebohrt....
„Durchrohren“ mit Titan oder Stahlröhren verhindert natürlich das Aufquellen und Ausquellen des Bambus im Rauchkanal, verhindern aber auch die spannende Verfärbung des gesamten Holms, egal, wie kurz oder lang er ist.
Bambus hat eine hoch hygroskopische Wirkung – Bambus saugt also Flüssigkeit auf, Kondensatflüssigkeit aus dem Rauch also auch. Und, der ganze Mist dient einerseits der allmählichen Verfärbung des Bambus, anderseits lagert sich auch der ganze Mist darin ab, trocknet, wird wieder ergänzt beim nächsten Rauchopfer... ...und so geht es friedlich immer weiter.....
...bis dann der Tag kommt! Der Tag, an dem man sich endlich hinsetzt, um dem Bambus nach der ganzen Schmach auch etwas Gutes zu tun....
Schau mal mit viel Licht in Deine Holme aus Bambus.... ….alles schwarz????
Oder mufft es???? Obwohl der Holm schon eine Woche nicht benutzt wurde? Na, dann wird es Zeit!
Mit welcher Reinigungsflüssigkeit Du rangehst, ist vielleicht auch Geschmacksache, ich präferiere den klassischen Isopropanol-Alkohol aus der Apotheke meiner Wahl. Der Liter kostet keine 5 EUR, die Reinigungswirkung und die Desinfektionswirkung sind ohne Tadel, weshalb er wohl auch überall in den Krankenhäusern benutzt wird.
Über die Reinigung mit Lecker-Alkohol kann ich also nichts verlockendes verkünden, ich trink ihn auch lieber, als ihn zum Putzmittel zu machen. Obwohl, so eine Reinigung mit Pernod, wer weiß, was das zukünftig für Geschmackserlebnisse bringt.... ;-)
Ordentlich viel auf den Pfeifenreiniger und dann einfach in den Holm, stecken lassen und nach ca. 10 Minuten leicht hin und her bewegen, bis der Reiniger so dunkel ist, daß bei der Rückführung ans Sonnenlicht keine Gefahr des Sonnenbrands mehr besteht. Das ganze bitte mehrfach durchführen, bis der Bambus satt nach Alkohol riecht und die Reiniger auch nicht mehr so aussehen, als seien sie im afrikanischen Busch gewachsen.
Zum Abschluss einen trockenen Pfeifenreiniger rein und drin lassen. Damit der aufgequellte Bambus nicht das Zugloch verkleinert, sonst gibt’s nach der Trocknung beim ersten Rauch schon dicke Backen und die Notwenigkeit der Nachbohrung.
Keine Sorge, die äußere „Patina“ wird sich nicht verändern.